Astrid Rieder trans-Art

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Werner Raditschnig & Astrid Rieder
Astrid Rieder-Ocean Bed-Lifeperformance

transArt Performance „ Ocean Bed“

Eröffnungsrede der transArt Performance anlässlich des Tages der Offenen Türen des Künstlerhauses Salzburgs im Atelier Astrid Rieder:

Momentan läuft im Großen Saal in diesem Haus die Ausstellung „Praxis der Liebe“. Das heißt, dass unsere subjektiven Liebeserfahrungen, unsere Emotionalität, die damit verbundene Privatheit eigentlich in einen kulturellen Kontext zu setzen ist. Auch unsere Erfahrungen, unsere Erwartungen sind von den in der Gesellschaft festgesetzten Bedingungen abhängig, von den ökonomischen Systemen, von religiösen Konzepten, von moralischen Vorstellungen. Innerhalb dieses gesellschaftlichen Rahmens bewegen wir uns und gestalten so quasi die Praxis der Liebe.

Dieses Thema Liebe ist Ausgangspunkt für viele künstlerische Arbeiten. So war es auch 2011, als ich die Bild und Klang Installation „FORPLAY“ gebaut habe. Ich stellte in der Gesellschaft fest, dass das Vorspiel, das Flirten, das oberflächliche Spielen mit der Liebe gang und gebe war, Entscheidungen für einen Partner aber selten stattfand.

Auch in der Musik hat das Vorspiel einen wichtigen Stellenwert. Man nennt es hier Präludium. Wie Sie vielleicht schon wissen gehören zu den bedeutendsten Werken der Klaviermusik die Präludien und Fugen von Johann Sebastian Bach.

Als ich damals  die Musik für mein Vorhaben suchte, fand ich das Stück „Ariadne´s Voice“ von der in Wien lebenden Komponistin Pia Palme.

In der griechischen Mythologie kennen wir die Geschichte von Ariadne,  und Theseus, der nach dem erfolgreichen Kampf gegen den Minotaurus Ariadne auf der Insel Naxos allein zurückgelassen hatte. Hier heiratete sie Dionysos und gebar ihm mehrere Kinder.

Ich lade Sie herzlich ein während dieses Abends dem einen oder anderen Gedanken von FORPLAY nach zu hängen.

Eine zweite künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Liebe geschieht jetzt in meiner transArt Performance „Ocean Bed“: Ich werde nun zu der „Szene am Meeresgrund“ aus der Oper „SzenePentesileaEinTraum“ von Christian Ofenbauer an der Wand großflächig zeichnen.

Diese Oper wurde 2001 im Theater an der Wien uraufgeführt. Es spielte das Orchester der Wiener Volksoper unter dem Dirigenten Ulf Schirmer.  Ich zeichne zu einer vom Komponisten geschnittenen Radiofassung.

Die Oper „SzenePentesileaEinTraum“ handelt von dem Kampf zwischen Pentesilea und Achill. Christian Ofenbauer hält sich an die Fassung von Heinrich von Kleist. Er zeigt auf, wie zwei gegensätzliche Auffassungen  aufeinanderprallen. Am Ende wird  Achill  von Pentesilea ermordet und sie selbst wird wahnsinnig.

Erlauben Sie mir noch ein Zitat von Peter von Matt (Schweizer Germanist und Schriftsteller): „Die Liebe endet in der Hochzeit, im Tod oder im Wahnsinn“.

 


Astrid Rieder - Forplay

FORPLAY 2011

Bild und Klang Installation:

Bild:   Ölmalerei auf Leinen, 110x110 cm

Klang: Bassblockflöte, Pia Palme, „Ariadne´s Voice“

Ariadne, minoische Göttin, vermutlich Vegetationsgöttin. Sie wurde auf den Ägäischen Inseln verehrt.

Im griech. Mythos Tochter des Minos v. Kreta und seiner Gemahlin Pasiphae.

Sie half Theseus, den sie liebte, mit einem Wollknäuel (A.-Faden), den Rückweg aus dem Labyrinth zufinden, in dem dieser den Minotauros getötet hatte. Danach flüchteten diebeiden, doch ließ Theseus Ariadne auf der Insel Naxos allein zurück. Hierheiratete sie Dionysos, dem sie mehrere Kinder gebar.

Herder Lexikon: Griech. und röm. Mythologie S.30