Astrid Rieder trans-Art

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"do trans-Art 09" 

am Donnerstag, 9. März 2017 um 19:30h.

trans-Art Performance mit Robert C. Bauer

Der akustische Part der do trans-Art 09 von Robert C. Bauer zu hören auf dem Cultural Broadcasting  Archive https://cba.fro.at/337517

Wie immer am 2. Donnerstag im Monat fand die "do trans-Art" Performance in meinem Atelier statt, diesmal zusammen mit Robert Christoph Bauer (*1986 in Koblenz), der Klavier, Musiktheorie, Komposition und Renaissance-Kontrapunkt in Freiburg, Paris, Salzburg und Graz studierte. Wichtige Lehrer waren u.a. Ludwig Holtmeier, Olivier Trachier, Brice Pauset, Tristan Murail und Gerd Kühr. Er erhielt diverse Preise und Auszeichnungen, u.a. einen premier prix des Pariser Konservatoriums, das "Deutschland-Stipendium" sowie den Kompositionspreis cantando-parlando. 2016 folgte der 1. Preis beim Internationalen Antonín-Dvorák-Kompositionswettbewerb in Prag. Seine Werke wurden u.a. am Freiburger Stadttheater, im Rahmen des Freiburger "Mehrklang"-Festivals sowie durch renommierte Interpreten wie das Ensemble Interface (Frankfurt) und das Österreichische Ensemble für Neue Musik (Salzburg) aufgeführt. Im Dezember 2017 wird anlässlich des "Konzerts für Menschenrechte" im Grazer Stefaniensaal sein erstes Werk für großes Orchester aufgeführt werden. Seine Tonsprache weist sowohl Elemente der "deutschen" als auch der "französischen" Musiktradition auf und ist von verschiedenen Figuren und Strömungen der zeitgenössichen Musik, namentlich György Ligeti und den französischen Spektralisten, beeinflusst. Sein besonderes kompositorisches Interesse gilt der Ausdruckskraft harmonischer Farbschattierungen. Als Pianist spielt er vorwiegend neueres, aber auch traditionelles Repertoire sowie Improvisationen. Er verfasste Vorträge und musiktheoretische Texte (zuletzt in der Zeitschrift "Musik & Ästhetik“), lehrte vorübergehend Musiktheorie an der Freiburger Musikhochschule und vertritt seit 2016 eine Professur für Tonsatz und Analyse an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« in Leipzig.

Christoph C. Bauer und ich hatten zuletzt im Juli 2016 eine gemeinsame trans-Art Performance. Über trans-Art schreibt er folgende Gedanken:

(Traditionelle) Musik hat in der Regel eine zielgerichtete zeitliche Dynamik, einen Anfang und ein Ende - bildende Kunst hat dies nicht. Ein Bild "ist" - ein Musikstück muss stets wieder aufs Neue erst "werden". Trans-Art begreife ich somit in erster Linie als den Versuch, die Faszination des "Werdens" in der Musik auf die Malerei zu übertragen, indem der zeitliche Prozess des Malens selbst zur Musik inszeniert wird. Wichtig ist keineswegs der Ist-Zustand des am Ende "fertigen" Bildes, sondern allein der Vorgang seiner Entstehung - schließlich ist die Musik am Ende auch nicht mehr wirklich da, sondern existiert nur mehr als Erinnerung. Da sowohl der Entstehungsvorgang des Bildes als auch der Musik sich in der Dimension "Zeit" entfalten, gibt es hier tatsächliche Möglichkeiten der Wechselwirkung zwischen Malerei und Musik. Insbesondere dadurch, dass der Musiker kein fertiges Stück zur Aufführung bringt, sondern seinerseits "aus dem Moment heraus" improvisiert, hat diese Art des künstlerischen Zusammenwirkens ein hohes Maß an Spontaneität. In welcher Weise sich nun Klänge im entstehenden Bild niederschlagen, bzw. wie Farben und Formen in Töne übertragen werden, wird im Einzelnen vermutlich immer subjektiv bleiben. Ich persönlich versuche, weniger "tonmalerisch" zu spielen (triviales Beispiel: viele kleine Farbkleckse führen zu einer Wolke aus verschieden hohen, zarten Einzeltonereignissen), sondern eher die auf der Leinwand herrschende "Gesamtstimmung" klanglich einzufangen, die sich ja mit jedem neu hinzukommenden Element als Ganzes wieder leicht verändert.

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